Nach Bombenangriff - Lage im al Shifa-Hospital dramatisch verschlechtert

Durch die Bombardierung einer Moschee direkt neben dem al Shifa-Hospital in Gaza-Stadt wurden alle Fenster des Krankenhauses zerstört. Die Temperatur im Krankenhaus fiel darauf hin merklich. Die Außentemperatur beträgt 7 Grad Celsius.
Dazu ein Bericht im General-Anzeiger Bonn:
Gaza//München (dpa) - Während sich die humanitäre Lage im Gazastreifen dramatisch verschärft, hat Israel seine Militäroperationen in dem Palästinensergebiet fortgesetzt. Die Luftwaffe flog auch am Morgen neue Angriffe.
Fünf israelische Soldaten starben bislang bei der Bodenoffensive, drei davon durch “Friendly Fire” aus einem israelischen Panzer. Nach Informationen der Zeitung «Jerusalem Post» rückte die Armee erstmals in dicht besiedelte Wohngebiete nördlich von Gaza vor. Wie Augenzeugen berichteten, wurden mehrere Wohnhäuser von Palästinensern zerstört. Kämpfer der Hamas hätten die Truppen mit Granaten beschossen.
Unterdessen ist die Zahl ziviler Opfer nach Angaben eines norwegischen Arztes stark gestiegen. Mads Gilbert, der in einem Krankenhaus in Gaza-Stadt arbeitet, sagte der «Süddeutschen Zeitung» und dem «Tagesspiegel» in einem Telefongespräch: «Wir amputieren am laufenden Band. Die Korridore sind voll mit Verstümmelten.»
Der Narkosearzt, der im Schifa-Hospital in Gaza-Stadt hilft, sagte in dem Interview, bisher seien 117 Kinder getötet und 744 verletzt worden. Israelische Truppen hatten am Samstagabend ihre Bodenoffensive begonnen. Gilbert und ein Landsmann sind die einzigen westlichen Mediziner, die derzeit im Gazastreifen sind. Der Arzt stellte die Lage im Schifa-Hospital, mit 590 Betten das größte Krankenhaus im Gazastreifen, als dramatisch und sich rapide verschlechternd dar. Es sei eine Moschee nahe der Klinik bombardiert worden. Alle Scheiben des Krankenhauses seien zerstört worden. «Er sind im Moment sieben Grad Celsius draußen, alle Patienten frieren», sagte er.
Auf dem diplomatischen Parkett laufen weiter die Bemühungen der Friedensvermittler. Die EU-Troika ist zu Gesprächen in Ägypten, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist nach Syrien gereist. In New York ringt der UN-Sicherheitsrat um eine Resolution zum Gaza-Krieg. Israel lehnt alle Forderungen nach einer Waffenruhe ab.
Nach den Worten eines hochrangigen Regierungsbeamten will Israel die Hamas nicht vernichten, sondern ihr eine Lektion erteilen. Dreiviertel aller Toten im Gazastreifen sind nach Darstellung des Sprechers Hamas-Mitglieder gewesen. In einer Regelung für eine künftige Waffenruhe müsse auch der Schmuggel von Waffen, Munition und Sprengstoff durch Tunnel oder über die ägyptische Grenze in den Gazastreifen unterbunden werden.
(via: http://www.general-anzeiger-bonn.de/inde…)
· Gelesen: 584 · Heute: 2 · Zuletzt: Sa, 04. Sep 2010
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Durch die Bombardierung einer Moschee direkt neben dem al Shifa-Hospital in Gaza-Stadt wurden alle Fenster des Krankenhauses zerstört. Die Temperatur im Krankenhaus fiel darauf hin merklich. Die Außentemperatur beträgt 7 Grad Celsius.
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Gaza//München (dpa) - Während sich die humanitäre Lage im Gazastreifen dramatisch verschärft, hat Israel seine Militäroperationen in dem Palästinensergebiet fortgesetzt. Die Luftwaffe flog auch am Morgen neue Angriffe.
Fünf israelische Soldaten starben bislang bei der Bodenoffensive, drei davon durch “Friendly Fire” aus einem israelischen Panzer. Nach Informationen der Zeitung «Jerusalem Post» rückte die Armee erstmals in dicht besiedelte Wohngebiete nördlich von Gaza vor. Wie Augenzeugen berichteten, wurden mehrere Wohnhäuser von Palästinensern zerstört. Kämpfer der Hamas hätten die Truppen mit Granaten beschossen.
Unterdessen ist die Zahl ziviler Opfer nach Angaben eines norwegischen Arztes stark gestiegen. Mads Gilbert, der in einem Krankenhaus in Gaza-Stadt arbeitet, sagte der «Süddeutschen Zeitung» und dem «Tagesspiegel» in einem Telefongespräch: «Wir amputieren am laufenden Band. Die Korridore sind voll mit Verstümmelten.»
Der Narkosearzt, der im Schifa-Hospital in Gaza-Stadt hilft, sagte in dem Interview, bisher seien 117 Kinder getötet und 744 verletzt worden. Israelische Truppen hatten am Samstagabend ihre Bodenoffensive begonnen. Gilbert und ein Landsmann sind die einzigen westlichen Mediziner, die derzeit im Gazastreifen sind. Der Arzt stellte die Lage im Schifa-Hospital, mit 590 Betten das größte Krankenhaus im Gazastreifen, als dramatisch und sich rapide verschlechternd dar. Es sei eine Moschee nahe der Klinik bombardiert worden. Alle Scheiben des Krankenhauses seien zerstört worden. «Er sind im Moment sieben Grad Celsius draußen, alle Patienten frieren», sagte er.
Auf dem diplomatischen Parkett laufen weiter die Bemühungen der Friedensvermittler. Die EU-Troika ist zu Gesprächen in Ägypten, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist nach Syrien gereist. In New York ringt der UN-Sicherheitsrat um eine Resolution zum Gaza-Krieg. Israel lehnt alle Forderungen nach einer Waffenruhe ab.
Nach den Worten eines hochrangigen Regierungsbeamten will Israel die Hamas nicht vernichten, sondern ihr eine Lektion erteilen. Dreiviertel aller Toten im Gazastreifen sind nach Darstellung des Sprechers Hamas-Mitglieder gewesen. In einer Regelung für eine künftige Waffenruhe müsse auch der Schmuggel von Waffen, Munition und Sprengstoff durch Tunnel oder über die ägyptische Grenze in den Gazastreifen unterbunden werden.
(via: http://www.general-anzeiger-bonn.de/inde…)

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